Feuerlöschpumpen für verschiedene Anwendungen

Wie wählt man zwischen horizontalen und vertikalen Pumpen und Rohrleitungs-Feuerlöschanlagen?

FeuerlöschpumpeÜberlegungen

Eine für Löschwasseranwendungen geeignete Kreiselpumpe sollte eine möglichst flache Kennlinie aufweisen. Sie wird für den maximalen Einzelbedarf bei einem Großbrand im Werk ausgelegt. Dies entspricht in der Regel einem Großbrand in der größten Anlageneinheit. Die Nennleistung und die Nennförderhöhe der Pumpe bestimmen dies. Darüber hinaus sollte eine Löschwasserpumpe eine Fördermenge von mehr als 150 % ihrer Nennleistung bei einer Nennförderhöhe von über 65 % (Förderdruck) erreichen. In der Praxis übertreffen ausgewählte Löschwasserpumpen diese Werte. Es gibt viele geeignet dimensionierte Löschwasserpumpen mit möglichst flachen Kennlinien, die mehr als 180 % (oder sogar 200 %) der Nennleistung bei der Förderhöhe und mehr als 70 % der gesamten Nennförderhöhe liefern können.

Am Standort der primären Löschwasserversorgung sollten zwei bis vier Löschwassertanks bereitgestellt werden. Eine ähnliche Regel gilt für Pumpen. Es sollten zwei bis vier Löschwasserpumpen installiert werden. Eine gängige Anordnung ist:

● zwei elektrisch angetriebene Feuerlöschpumpen (eine in Betrieb und eine als Reserve)

● zwei dieselmotorbetriebene Feuerlöschpumpen (eine in Betrieb, eine als Reserve)

Eine Herausforderung besteht darin, dass Feuerlöschpumpen unter Umständen längere Zeit nicht in Betrieb sind. Im Brandfall müssen sie jedoch sofort gestartet werden und bis zum Erlöschen des Feuers laufen. Daher sind bestimmte Vorkehrungen erforderlich, und jede Pumpe sollte regelmäßig geprüft werden, um einen schnellen Start und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.

Feuerlöschpumpe

Horizontalpumpen vs. Vertikalpumpen

Horizontale Kreiselpumpen sind bei vielen Betreibern die bevorzugte Art von Feuerlöschpumpen. Ein Grund dafür sind die relativ hohen Vibrationen und die potenziell anfällige mechanische Struktur großer Vertikalpumpen. Vertikalpumpen, insbesondere Vertikalwellen-Turbinenpumpen, werden jedoch mitunter auch als Feuerlöschpumpen eingesetzt. Befindet sich die Wasserzufuhr unterhalb der Mitte des Auslassflansches und reicht der Druck nicht aus, um das Wasser zur Feuerlöschpumpe zu befördern, kann eine Vertikalwellen-Turbinenpumpenanlage verwendet werden. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn Wasser aus Seen, Teichen, Brunnen oder dem Meer als Löschwasser genutzt werden soll (als Hauptquelle oder als Reserve).

Bei Vertikalpumpen ist die optimale Eintauchtiefe des Pumpengehäuses für einen zuverlässigen Betrieb der Feuerlöschpumpe entscheidend. Die Saugseite der Vertikalpumpe sollte tief im Wasser liegen, und die Eintauchtiefe des zweiten Laufrads vom Pumpengehäuseboden sollte bei maximaler Förderleistung mehr als 3 Meter betragen. Dies ist selbstverständlich eine Idealvorstellung; die endgültigen Details und die optimale Eintauchtiefe sollten nach Rücksprache mit dem Pumpenhersteller, der örtlichen Feuerwehr und weiteren Beteiligten individuell festgelegt werden.

Es traten bereits mehrere Fälle starker Vibrationen bei großen vertikalen Feuerlöschpumpen auf. Daher sind sorgfältige dynamische Untersuchungen und Überprüfungen erforderlich. Dies sollte für alle Aspekte des dynamischen Verhaltens erfolgen.


Veröffentlichungsdatum: 28. Juni 2023